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1. Die Situation

Im Jahr 2002 wurde die islamistische Gruppe „Boko Haram“ in Maiduguri, der Hauptstadt

des Borno State im Nordosten Nigerias gegründet.

Boko kommt vom englischen book und haram bezeichnet Verbotenes im Islam. Daher die inzwischen üblich gewordene Übersetzung „(westliche) Bildung ist Sünde“.

Der Nordosten ist die am meisten vernachlässigte Region des Landes. Hier gibt es kein Öl oder andere Bodenschätze, die Bevölkerung lebt zum größten Teil von der Subsistenzlandwirtschaft und kleineren Handwerksbetrieben. Die Infrastruktur ist unterentwickelt. Es gibt nur wenige asphaltierte Straßen, unzureichende Stromversorgung (nur in größeren Städten), das Mobilfunknetz deckt nicht die ganze Region, einen Inlandsflughafen und eine Universität (in Maiduguri). Im Borno State leben etwa 6 Millionen Menschen, ca. 60 % sind Muslime, 30-35 % Christen und 5-10% Animisten.

Seit 2009 hat sich Boko Haram radikalisiert und verübt Terroranschläge gegen Einrichtungen des Staates (Polizei, Gefängnisse) Banken, Schulen, Kirchen und Restaurants. Dabei starben bis jetzt (Anfang 2023) schätzungsweise mehr als 43 000 Zivilisten.

Seit einigen Jahren ist nun auch die ISWAP (Islamischer Staat in Westafrika) hier aktiv.

 

2. Methoden des Terrors

 

Die Terroristen sind zum Teil militärisch ausgebildet (in Somalia und Mali), technisch hochgerüstet (Hilux Pickups, Raketenwerfer, Maschinenpistolen, Satellitentelefon) und haben offensichtlich ein Netzwerk an Unterstützern bis hinein in Politik und Armee. Offiziell angegebenes Ziel ihres Kampfes ist die Gründung eines islamischen Kalifats in ganz Nigeria. Mehrere Gruppen operieren unabhängig voneinander. Neben Djihadisten, die es vor allem auf staatliche Einrichtungen abgesehen haben, gibt es Gruppen, die vorgeben, aus religiöser Motivation zu kämpfen und vor allem Kirchen und liberale Moscheegemeinden angreifen und einfache Banditen, denen es vor allem um Raubüberfälle geht.

Die „religiöse“ Gruppe hat als ein Ziel ausgerufen, Borno State christenfrei zu machen. In der Region Gwoza haben sie inzwischen einen sogenannten „Kalifatsstaat“ ausgerufen.

Die Überfälle geschehen oft nach dem gleichen Muster: nachts rasen die Terroristen mit Pickups und Motorrädern in ein Dorf, überfallen die Häuser eins nach dem anderen oder treiben die Bevölkerung zusammen. Die Männer werden erschossen oder mit Macheten „geschlachtet“, manchmal nachdem sie haben zusehen müssen, wie ihre Frauen vergewaltigt wurden. Frauen und Kinder werden mitgenommen oder vertrieben. Die Häuser werden geplündert und dann angezündet.

 

3. Die betroffene Bevölkerung

Nachdem weder die Verhängung des Ausnahmezustands über Borno, Adamawa und Yobe State, noch die Entsendung von Spezialeinheiten der nigerianischen Armee die Sicherheit der Bevölkerung vor Überfällen gewährleisten, fliehen immer mehr Menschen aus ihren Dörfern, zum Teil in die Nachbarstaaten Niger und Kamerun und Tschad, zum Teil in den Busch und in die Berge. Die Bauern können ihre Felder nicht mehr bestellen, der Handel ist fast zum Erliegen gekommen durch zerstörte Straßen und Brücken. Lebensmittel verteuern sich rasant. Fast alle Schulen sind geschlossen.

Am schlimmsten betroffen sind die Frauen und Kinder, deren Ehemänner und Väter getötet wurden. Witwen sind in Nordnigeria fast rechtlose Personen. Ohne Mann können sie kein Feld besitzen, kein Geschäft eröffnen oder ein Bankkonto einrichten. Eine Versorgung durch die Großfamilie wird immer schwieriger unter den gegebenen Umständen.

 

4. Das Projekt

Die „JAURO INTERFAITH SHADES FOUNDATION“ ist einnationale NGO. Sie leitet seit 2014 ein selbstverwaltetes interreligiöses Flüchtlingslager in Gurku, in der Nähe der Hauptstadt Abuja, weit entfernt vom Boko Haram Gebiet. An dieses Lager angeschlossen hat "Widowscare e.V." ein Witwendorf gebaut.

Im Mai und im Juni 2014 haben sich ca. 3000 Witwen in Maiduguri versammelt und eine Zweigstelle des Vereins "CHRISTIAN WIDOWS ASSOCIATION" gegründet. Sie haben ein Leitungskomitee gewählt und ein Konto eröffnet. Die Frauen und ihre Kinder werden registriert, ihre Geschichten  (wann und wo der Überfall passiert ist und weitere Details) werden aufgeschrieben. Die Frauen versuchen in kleinen Gruppen gemeinsam ihr Überleben zu sichern, durch ein kleines Geschäft oder andere gemeinsame Arbeit.

Diese beiden Projekte sind unsere Partner.

Im Witwendorf Gurku gibt es inzwischen 42 Häuser für 70 Witwen mit ungefähr 180 Kindern. Das sind einfache Lehmhäuser, zwei Zimmer mit Küche und Nasszelle. Mit allen Witwen wurden Trainings durchgeführt, um sie auf ökonomische Selbstständigkeit vorzubereiten. Das ist inzwischen zu einem großen Teil gelungen.

Für die Kinder wurde ein Kindergarten (nach Montessori Pädagogik) und eine Grundschule (sehcs Klassen) gebaut. Alle Kinder erhalten ein nahrhafzes Frühstück (Kunnu).

Es gibt eine Gesundheitsstation, ein Gästehaus und Restaurant, einige Läden. Viele der Frauen betreiben Kleintierzucht, auch Fischzucht und erwirtschaften andere Produkte, die sie verkaufen.

 

In Maiduguri, der militärisch geschützten Provinzhauptstadt im Borno State, dem Hauptaktionsgebiet von Boko Haram und ISWAP unterstützt "Widowscare" die Witwen mit Lebensmittelhilfen und die Waisen mit Schulgebühren. Wir der Witwenvereinigung helfen, Baugrund zu erwerben und darauf Wohnraum für Witwen und Waisen zu schaffen. Auch bei Ausbildung und Arbeitsbeschaffung helfen wir.

Neben einem der Flüchtlingslager der EYN-Kirche konnten wir einen Kindergarten einrichten, in dem die Kinder neben der desolaten Situation im Lager einen geregelten Tagesablauf, Förderung und Sicherheit erfahren. Auch sie erhalten ein Nahrhaftes Frühstück.

Das alles können wir ermöglichen dank Ihrer Spenden. Vergelt's Ihnen Gott!

 

Spendenkonto: Widows Care e.V.

 

IBAN  DE43 5206 0410 0104 9488 66

BIC  GENODEF 1 EK 1

 

Vielen Dank!

 

 

 

Projektbeschreibung

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