1. Die Situation

Im Jahr 2002 wurde die islamistische Gruppe „Boko Haram“ in Maiduguri, der Hauptstadt

des Borno State im Nordosten Nigerias gegründet.

Boko kommt vom englischen book und haram bezeichnet Verbotenes im Islam. Daher die inzwischen üblich gewordene Übersetzung „(westliche) Bildung ist Sünde“.

Der Nordosten ist die am meisten vernachlässigte Region des Landes. Hier gibt es kein Öl oder andere Bodenschätze, die Bevölkerung lebt zum größten Teil von der Subsistenzlandwirtschaft und kleineren Handwerksbetrieben. Die Infrastruktur ist unterentwickelt. Es gibt nur wenige asphaltierte Straßen, unzureichende Stromversorgung (nur in größeren Städten), das Mobilfunknetz deckt nicht die ganze Region, einen Inlandsflughafen und eine Universität (in Maiduguri). Im Borno State leben etwa 6 Millionen Menschen, ca. 60 % sind Muslime, 30-35 % Christen und 5-10% Animisten.

Seit 2009 hat sich Boko Haram radikalisiert und verübt Terroranschläge gegen Einrichtungen des Staates (Polizei, Gefängnisse) Banken, Schulen, Kirchen und Restaurants. Dabei starben bis jetzt (Anfang 2015) schätzungsweise mehr als 13 000 Zivilisten.

 

2. Methoden des Terrors

Die Terroristen sind zum Teil militärisch ausgebildet (in Somalia und Mali), technisch hochgerüstet (Hilux Pickups, Raketenwerfer, Maschinenpistolen, Satellitentelefon) und haben offensichtlich ein Netzwerk an Unterstützern bis hinein in Politik und Armee. Offiziell angegebenes Ziel ihres Kampfes ist die Gründung eines islamischen Kalifats in ganz Nigeria. Mehrere Gruppen operieren unabhängig voneinander. Neben Djihadisten, die es vor allem auf staatliche Einrichtungen abgesehen haben, gibt es Gruppen, die vorgeben, aus religiöser Motivation zu kämpfen und vor allem Kirchen und liberale Moscheegemeinden angreifen und einfache Banditen, denen es vor allem um Raubüberfälle geht.

Die „religiöse“ Gruppe hat als ein Ziel ausgerufen, Borno State christenfrei zu machen. In der Region Gwoza haben sie inzwischen einen sogenannten „Kalifatsstaat“ ausgerufen.

Die Überfälle geschehen oft nach dem gleichen Muster: nachts rasen die Terroristen mit Pickups in ein Dorf, überfallen die Häuser eins nach dem anderen oder treiben die Bevölkerung zusammen. Die Männer werden erschossen oder mit Macheten „geschlachtet“, manchmal nachdem sie haben zusehen müssen, wie ihre Frauen vergewaltigt wurden. Frauen und Kinder werden mitgenommen oder vertrieben. Die Häuser werden geplündert und dann angezündet.

 

3. Die betroffene Bevölkerung

Nachdem weder die Verhängung des Ausnahmezustands über Borno, Adamawa und Yobe State, noch die Entsendung von Spezialeinheiten der nigerianischen Armee die Sicherheit der Bevölkerung vor Überfällen gewährleisten, fliehen immer mehr Menschen aus ihren Dörfern, zum Teil in die Nachbarstaaten Niger und Kamerun und Tschad, zum Teil in den Busch und in die Berge. Die Bauern können ihre Felder nicht mehr bestellen, der Handel ist fast zum Erliegen gekommen durch zerstörte Straßen und Brücken. Lebensmittel verteuern sich rasant. Fast alle Schulen sind geschlossen.

Am schlimmsten betroffen sind die Frauen und Kinder, deren Ehemänner und Väter getötet wurden. Witwen sind in Nordnigeria fast rechtlose Personen. Ohne Mann können sie kein Feld besitzen, kein Geschäft eröffnen oder ein Bankkonto einrichten. Eine Versorgung durch die Großfamilie wird immer schwieriger unter den gegebenen Umständen.

 

4. Das Projekt

„Lifline Compassionate global Initiatives“ ist ein – seit April 2014 eingetragener – Verein mit Sitz in Jos, Hauptstadt des Plateau State in Zentralnigeria. Er leistet seit 2010 Friedensarbeit, bei der vor allem durch Überfälle hinterbliebene Witwen und Waisen, Muslimas und Christinnen, ermuntert und befähigt werden, gemeinsam eine Arbeit zu unternehmen, mit deren Gewinn sie überleben können. Geistliche beider Religionen begleiten das Projekt.

Im Mai und im Juni 2014 haben sich ca. 2000 Witwen in Maiduguri versammelt und eine Zweigstelle dieses Vereins gegründet. Sie haben ein Leitungskomitee gewählt und ein Konto eröffnet. Die Frauen und ihre Kinder werden registriert, ihre Geschichten  (wann und wo der Überfall passiert ist und weitere Details) werden aufgeschrieben. Die Frauen versuchen in kleinen Gruppen gemeinsam ihr Überleben zu sichern, durch ein kleines Geschäft oder andere gemeinsame Arbeit.

Wenn sie eine Nähmaschine kaufen können, beginnen sie zu schneidern, andere backen Brot oder verkaufen Essen an der Straße.

Einige unter ihnen sind Lehrerinnen. Sie haben angefangen, die Kinder, auch die vielen Waisen, zu unterrichten. So zeigen sie ihren Widerstand gegen die bildungsfeindlichen Terroristen:

boko haram - Bildung ist Sünde? Nun erst recht! Viele Witwen haben auf ihre eigene Unterstützung verzichtet, um den Kindern Schulunterricht zu ermöglichen.

 

IHNEN ALLEN GILT UNSERE SOLIDARITÄT, DIE SIE MIT EINER SPENDE FÜR DIESES PROJEKT UNTERSTÜTZEN KÖNNEN!

Der Verein „Widows Care e.V. überweist alle Spenden ohne Abzug an  den Verein  „Lifeline Compassionate“ in Maiduguri“. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt. (Bitte Adresse angeben!)

Spendenkonto: Renate Ellmenreich—Widows Care, 

IBAN  DE43 5206 0410 0104 9488 66

BIC  GENODEF 1 EK 1

 

Vielen Dank!

 

 

 

Projektbeschreibung